Timelapse – mein erster Versuch in einer kalten Winternacht

Seit Kurzem bin ich stolzer Besitzer einer Canon EOS 5D Mark III. Eine Neuanschaffung gibt natürlich auch immer einen Motivationsschub und deshalb wollte ich mal etwas Neues ausprobieren. In einer kalten aber kristallklaren Winternacht startete ich meinen ersten Timelapse-Versuch…

Sternenhimmel über dem Allgäu

Zusammen mit den Cousins und Cousinen samt Freundinnen und Freunden sind wir in unserer kleinen Ferienwohnung im Allgäu. Eigentlich hat die Bude 4 Schlafplätze, aber mit ein wenig Zusammenrücken bekommen wir auch 9 Leute unter, ohne dass es allzu unbequem wird. Tagsüber waren wir Schneeschuhwandern bei Oberstaufen. Ein wunderschöner Tag, blauer Himmel, gute Laune, strahlender Sonnenschein. Nur etwas kalt vielleicht… Das Thermometer zeigte – 12°C an. Zurück in der Hütte bildete sich eine Schlange vor dem Bad und der Rest fing schonmal an, das Abendessen vorzubereiten.

Ich kapsle mich ab und nutze die Zeit für einen Timelapse-Versuch im Garten. Die Fernbedienung hatte ich günstig im Internet erstanden und die Bedienung war mir noch nicht ganz so klar. Irgendwann schaffe ich es dann aber doch, sie zu programmieren, stelle das Stativ auf und richte die Kamera aus. Mittlerweile sind die Temperaturen noch weiter gesunken. -16° steht auf dem Thermometer an der Hauswand. Hoffentlich hält der Akku durch und die Kamera friert nicht ein. Ich habe sie den ganzen Tag draussen dabei gehabt und sie erst garnicht wieder mit ins Warme genommen. Dadurch ist der Foto recht kalt und ich hoffe, dass sich nicht allzu viel Eis auf ihr bildet.

Die Kameraeinstellungen wähle ich wie folgt:

  • Belichtungszeit: 25 Sekunden
  • Blende: f4
  • ISO: 500

Ich bin erstaunt wie lichtstark das neue 16-35mm f4 ist! Dass ich bei Nacht mit nur ISO 500 einen Sternenhimmel fotografieren kann hätte ich nicht gedacht. Gut, der Schnee ist hell und reflektiert, der Mond ist am Aufgehen und spendet zusätzliches Licht. Aber trotzdem finde es bemerkenswert wie die Kamera und das Objektiv mit den Lichtverhältnissen umgeht.

Bevor ich mir jetzt aber noch die Finger abfriere, drücke ich den Startknopf an der Fernbedienung und starte die Bilderserie, die ich später zu einem Timelapse zusammenfügen möchte. Dann verkrieche ich mich wieder in die gute warme Stube.

Nach einer heißen Dusche und den obligatorischen Spaghetti Bolognese schaue ich 3 Stunden später wieder nach meinem Foto in der Kälte. Und naja, was ich da so sehe gefällt mir nicht so ganz. Das arme Ding ist ziemlich zugefroren, überall haben sich Eiskristalle gebildet. Sogar auf der Linse. Der Akku scheint leer zu sein. Noch draussen entferne ich Akku und Speicherkarte und stelle dann den Foto zum langsamen Auftauen in den Vorraum, in dem es nur um die Null Grad hat. Ich möchte es vermeiden, dass die Kamera zu schnell auftaut und sich Kondenswasser bildet.

Vereiste 5D Mark III

Jetzt bin ich gespannt auf die Aufnahmen! 440 Bilder hat die 5D gemacht, bevor der Akku in die Knie ging. Nicht schlecht, damit kann ich was anfangen. Noch am selben Abend bearbeite ich die Fotos in Lightroom und exportiere sie über Nacht als JPG. Gleich am nächsten Morgen, der Rest der Bande schläft noch, füge ich ca. 370 Fotos (zum Schluss war die Linse recht vereist und der Mond kam ins Bild) in iMovie ein und generiere mein erstes Timelapse. Jedes Foto wird für 0,05 Sekunden angezeigt. Dadurch ergibt sich eine fließende Bewegung der Sterne.

Achja und die Kamera? – Die hat das kleine Experiment ohne Murren überlebt!

Und hier nun das fertige Video:

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